Bei der Jagd spielt die Wahl des richtigen Geschosses eine zentrale Rolle, wenn es darum geht, Wild sauber und waidgerecht zu erlegen. Heute schauen wir uns die Geschosswirkung des bleifreien LJG 120 grain genauer an — anhand eines einzelnen, dokumentierten Stücks Wild. Wichtig vorweg: Das ist eine Einzelbeobachtung aus der Praxis, kein Labortest und kein Vergleichstest mit anderen Geschossen.
Wir gehen dabei auf die Trefferanalyse, die Schusswirkung und den Ausschuss ein — mit dem Ziel, dass du die Wirkung bleifreier Geschosse im Wildkörper besser einordnen kannst.
Der Schuss – Präzision und Kontrolle
Nachdem das LJG 120 grain auf mittlere Distanz (etwas über 100 Meter) abgefeuert wurde, zeigte sich bereits beim Einschuss eine deutliche Energieübertragung. Trotz des hohen Tempos des Geschosses entstand nur ein kleiner Einschuss. Aber wie so oft, liegt der wahre Wert eines Geschosses in der Ausschusswirkung.
Präzision und Kammerwirkung des LJG 120 grain
Bereits beim Eintritt ins Wildkörpergewebe zeigte das Geschoss eine massive Wirkung. Es wurde dabei nicht nur eine große Menge Schweiß freigesetzt, sondern auch die Organe in der Kammer stark in Mitleidenschaft gezogen. Der Schuss drang sauber durch das Wildkörpergewebe, während die Aorta und die Lunge stark beschädigt wurden.

LJG 120 grain in der Jagdpraxis: Energieabgabe im Wildkörper
Das LJG 120 grain gehört zu den bleifreien Geschossen, die auf schnelle Energieabgabe im Wildkörper ausgelegt sind. In diesem Fall setzte es die Energie schlagartig frei und zeigte eine deutliche Augenblickswirkung — auch nachdem Knochen getroffen wurden.
Ausschussanalyse: Was der Ausschuss über die Energieabgabe verrät
Während wir die Organe analysierten, wurde klar, dass Splitter des Geschosses in den Lungenflügeln steckten, was eine weitere Zerstörung der Organe verursachte. Auf der Ausschussseite war das Loch deutlich größer als beim Einschuss, ein Hinweis auf die starke Energieübertragung. Auch die Hämatombildung um den Ausschuss herum zeigte, wie stark das Geschoss auf das Gewebe wirkte.

Zerstörte Organe: Lungenflügel und Herzbeutel
Während der weiteren Untersuchung der Organe fiel besonders auf, dass der vordere Lungenflügel stark zerstört war. Die Knochenfragmente und das Geschoss selbst hatten im Wild massive Schäden verursacht. Interessant ist, dass das Herz selbst unbeschädigt blieb, obwohl die Hauptarterien durchtrennt wurden.
Splitterwirkung und Tiefenwirkung
Ein wichtiger Aspekt bei bleifreien Geschossen ist die Balance zwischen Tiefenwirkung und Augenblickswirkung. Das LJG 120 grain gab in diesem Fall die Energie schnell ab und erzeugte einen zügigen Ausschuss — beides begünstigt ein schnelles, waidgerechtes Verenden des Wildes.

Der Ausschuss: Eine Frage der Tiefe
Ein weiteres wichtiges Detail bei der Analyse der Geschosswirkung ist der Ausschuss. Hier erzeugte das LJG 120 grain auch nach dem Durchdringen von Knochen und Organgewebe noch einen sauberen Ausschuss. Dies ist entscheidend für den Jäger, um zu wissen, wie viel Energie im Wildkörper abgegeben wurde und wie tief das Geschoss wirkt.
Die Energieabgabe des LJG 120 grain beim Blattschuss
Da der Schuss auf das Blatt des Wildes erfolgte, war die Energieabgabe besonders hoch. Das Hämatom auf der Einschussseite war deutlich größer im Vergleich zu Schüssen hinter das Blatt, was auf die hohe Energieabgabe des Geschosses bei einem Treffer auf das Blatt zurückzuführen ist.

Einordnung: Andere bleifreie Geschosstypen im Vergleich
Damit du die Beobachtung einordnen kannst: Bleifreie Jagdgeschosse arbeiten nach unterschiedlichen Prinzipien. Teilzerlegungsgeschosse — wie das hier gezeigte — geben über abgetrennte Splitter viel Energie schnell ab. Das begünstigt eine starke Augenblickswirkung, kann aber je nach Treffersitz mehr Wildbret entwerten. Monolithische Deformationsgeschosse aus Kupfer oder Messinglegierungen behalten dagegen nahezu ihre gesamte Masse, pilzen kontrolliert auf und bieten in der Regel eine hohe Tiefenwirkung und Ausschuss-Sicherheit — die Augenblickswirkung fällt dafür oft geringer aus.
Welcher Typ besser zu dir passt, hängt von Wildart, Kaliber, typischen Schussdistanzen und deinen Prioritäten ab (Wildbret-Schonung oder maximale Augenblickswirkung). Ein einzelnes Jagdergebnis ersetzt keinen systematischen Vergleich — teste ein Geschoss immer in deiner eigenen Waffe.
Fazit: Was diese Beobachtung zeigt — und was nicht
Bei diesem Stück Wild hat das LJG 120 grain zuverlässig funktioniert: schnelle Energieabgabe, deutliche Splitterwirkung und ein sauberer Ausschuss. Das ist eine Einzelbeobachtung — sie zeigt, wie dieser Geschosstyp arbeitet, ist aber kein Beleg dafür, dass er anderen bleifreien Geschossen überlegen wäre.
Wenn du noch mehr über die Geschosswirkung sehen willst: Im Video zur Geschosswirkung des LJG 120 grain auf unserem YouTube-Kanal siehst du die komplette Analyse.
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